400.000 Tonnen Muttermilch

Die Seeleute sprachen von saudischer Muttererde im Bauch unseres Tankers, ich dachte an tausende Tonnen Muttermilch.

Ein frühes Unterwasserbild, in dem ich meine Erfahrungen als „Seemann“, oder eher „Unterseemann“ reflektiere.

Die Sperrung des Suezkanals zwang die Schifffahrt in den Jahren von 1967 bis 1975, auf den Routen vom Persischen Golf nach Europa oder den Vereinigten Staaten einen Umweg um das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika zu fahren. Das führte zu einer Flut von Tankerbauaufträgen und zu einem beispiellosen Größenwachstum im Tankerbau. Nachdem die Bremer AG „Weser“ zuvor schon 250.000-Tonnen-Tanker gebaut hatte, entstanden mit den sechs je 393.000 Tonnen tragenden Europatankern die größten jemals bei der AG „Weser“ gebauten Einheiten. Gleichzeitig konnten die jeweils 175 bis 190 Millionen D-Mark teuren Schiffe mit weiteren Superlativen aufwarten, das Typschiff der Serie, die Ioannis Colocotronis war das größte bis dahin in Europa gebaute und das weltweit größte am Stück auf einer Helling gebaute und per Stapellauf zu Wasser gelassene Schiff. Der Tanker Bonn der Bremer Reederei Kosmos Bulkschiffahrt (einem Tochterunternehmen der Hapag-Lloyd) war für die kurze Zeit nach seiner Indienststellung am 27. September 1976 bis zur Indienststellung der nochmals größeren Esso Deutschland am 6. Oktober 1976 das größte Schiff unter deutscher Flagge.

https://de.wikipedia.org/wiki/Europatanker

Die Bonn

Man hatte mich gewarnt: Heuere auf keinen Fall auf einem Tanker an.

Trotz, Dummheit, Selbstprüfung? Am 29.März 1982 heuerte ich auf der TTS Bonn, einem der größten Tanker unter deutscher Flagge, an. Der Auftakt war spektakulär: ich wurde, zusammen mit der Ablösung für den Kapitän und den Elektriker, während der Einfahrt des Tankers in den persischen Golf in der Straße von Hormuz mit dem Hubschrauber auf dem Deck des Tankers abgesetzt.

Der Abgang war weniger glorios

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