A.I. Baschlakow und AI Kunst

Die Wechselwirkung von Text und Bild beschäftigt und inspiriert mich schon seit langem.

Die Zusammenarbeit mit Michael Weisfeld ist schlagendes Beispiel. 

Aber das Interesse wurde schon viel früher geweckt durch meinen Kunstlehrer und Mentor A.I. Baschlakow.

https://de.wikipedia.org/wiki/Alexej_Iljitsch_Baschlakow

Inspiriert von dem Roman „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow schuf er eine Serie großformatiger Bilder.

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Meister_und_Margarita

Ich frage mich wie Baschlakow auf das Aufkommen von KI reagiert hätte. 

Vielleicht geben seine Initialen einen Hinweis?

 

Schädelbergdetail, A.I. Baschlakow

Baschlakows Vorbild folgend, habe ich Textfragmente des Romans „Der Meister und Margarita“ mithilfe von KI Videogeneratoren, Szenen generiert und geschnitten.

Natürlich ist das alles noch voller Fehler und Artefakte, aber gerade das finde ich spannend. Außerdem beruhigend, denn wenn erstmal kein Unterschied zu Realfilm mehr erkennbar ist, und das wird bald sein, wird es gruselig.
Faszinierend ist natürlich auch, dass man mit geringem Aufwand ein ganzes Filmset incl. Schauspieler, generieren kann, einem Kunstgenre, das normalerweise mit besonders hohen Kosten und Manpower verbunden ist

 

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Neues im März / April ´24

Kreativ arbeiten mit KI ist wie züchten. Der kreative Prozess verlagert sich vom machen zum auswählen, zur Zuchtwahl.
In gewisser Weise ist es ein magischer Prozess. Der Magier verwendet Werkzeuge, Rituale, Rezepte um ein Ergebnis zu erzielen, ohne die genauen Wirkprinzipien zu durchschauen. Ein Gärtner der Erbsen oder Rosen züchtet tut prinzipiell nichts anderes. Er versteht nichts von Molekulargenetik, sondern verstärkt durch Auswahl über Generationen erwünschte Eigenschaften und unterdrückt Unerwünschte.
Eine kreative Anwendung von KI geht einen ähnlichen Weg, mit dem Unterschied, dass die Generationenfolge extrem beschleunigt wird.

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AI Bildgeneratoren

Ideenturbo oder Klischeebooster?

Experimente mit dem Stand der Technik im Hinblick auf künstliche „Intelligenz“

Es geht um die Erfahrung, die jeder Mensch und jede Gruppe bei dem Versuch empfindet, sich der rasend schnell verändernden Umwelt und den Gegebenheiten, die von einer neuen Technologie geschaffen werden, anzupassen.

Heutzutage machen künstliche Intelligenz, Vernetzung und Automation es unausweichlich, dass jedermann sich der gewaltigen globalen Umgebung anpassen muss, als wäre es seine kleine Heimatstadt.

Nur der Künstler schreckt vor dieser Herausforderung nicht zurück, er frohlockt über die neuen Möglichkeiten der Wahrnehmung.

Der Schmerz und die Verwirrung, die der normale Mensch empfindet, ist für den Künstler geladen mit Schauern der Entdeckung neuer Grenzen und Gebiete für den menschlichen Geist. Er ist entzückt über die Erfindung neuer gemeinschaftlicher und persönlicher Bindungen, die für die bestehenden Institutionen und das bürgerliche Leben Anarchie und Verzweiflung mit sich bringen.

Unser eigener Scharfsinn und die Erfindungsgabe dessen, was wir als „Abendländische Kultur“ bezeichnen sind dafür verantwortlich, dass diese Umgebung jetzt ersetzt werden muss.

Unsere Bestürzung angesichts dieser Entwicklung liegt auf der Linie des Ausspruchs:

„Ich wusste nicht, dass sie geladen war“

Einige Beispiele aus dem Bereich Architektur:

Skizzen von mir und KI Interpretationen

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Mittagspause

 

von Michael Weisfeld

„Schön hast du dich heute wieder angezogen,“ sagt er auf dem Steg zu ihr. 

 „So zart das Grau. Und dieses pralle  Grün und das Orange, 

die blitzen unterwärts daraus hervor! Und das an einem solchen Tag,

der deinen Teint so unergründlich blass erscheinen lässt. 

Irene!“

Doch sie schaut unergründlich stumm an ihm vorbei auf diesen Ententeich,

als hätt er nichts gesagt. 

„Allein die Farben“, seufzt er innerlich, „die lassen mich erahnen welche Freuden möglich wären. Unter ihrem Rock.“ Er stellt sich Röhren vor, mit Grün ummantelt, doch von innen rosa und orange schimmernd. Und muss nun heftig schlucken. Nie würde er dort Zugang haben, nie! Und muss gleich wieder schlucken. 

Sie lässt den Ententeich nicht aus dem Blick und sagt: 

 „Du bist so still.“  „Stimmt,“ denkt er, „seit dem Kantinenessen nicht auch nur ein Wort. 

Allein laut dröhnende Gedanken.“ Jetzt aber sagt er forsch: 

„Welch schöner Blick – mit diesen bunten Erpeln dort. Nicht wahr?“

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